Wanderung zu den 25 Quellen – Madeira

Da die hier beschriebene Wanderung zu den 25 Quellen eine recht spezielle Wanderung für uns war, habe ich den Beitrag zweigeteilt – in eine objektive Tourenbeschreibung und einen subjektiven Erlebnisbericht. 😉 Hier soll es aber um die Tour an sich gehen. Ich will euch ja nicht abschrecken. 😄

Die Wanderung zu den 25 Quellen gehört zu den beliebtesten Wanderungen Madeiras. Zu Recht! Leider merkt ihr das auch an den durchschnittlich 400 Wanderern pro Tag. Wenn ihr es lieber etwas ruhiger mögt, solltet ihr die Wanderung am Nachmittag gehen. Nehmt genug Proviant und Wasser mit. Es gibt unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten und ihr seid ja doch einige Stunden unterwegs. Insgesamt eine traumhafte Levada-Wanderung mit spektakulären Ausblicken und einer kleinen Oase am Ziel.

Start Parkplatz an der Abzweigung nach Rabaçal (1278m)  oder Forsthaus von Rabaçal
Ziel 25 Quellen (958m)
Höhendifferenz 386hm
Länge ca. 8,5km
Gehzeit 30min vom Parkplatz bis zum Forsthaus, dann ca. 2h zu den Quellen und zurück
Dauer (inkl. Pausen) 4h
Parkmöglichkeiten/Anreise Parkplatz an der Abzweigung nach Rabaçal – ER110 15, Portugal
Shuttlebus vom Parkplatz zum Forsthaus 3€, hin und zurück 5€
Wegbeschaffenheit anfangs breite Waldwege, viele Steintreppen, sehr schmaler Levada-Weg – teils abschüssig aber mit Geländer gesichert
Kinderwagengeeignet? nein
Einkehr  keine Einkehrmöglichkeit!!
Link zur Tour Bergwelten – 25 Quellen oder Outdooractive – 25 Quellen
Wann? Die Tour sind wir im März 2017 gegangen – das große Muckelchen war damals drei Monate alt.
Ich würde euch die Tour nicht als erste Tour, die ihr als Familie macht, empfehlen. Lieber etwas später, wenn ihr euer Baby besser einschätzen könnt.

Erster Urlaub nach der Geburt des großen Muckelchens
Das große Muckelchen war drei Monate alt, als wir das erste Mal in den Urlaub fuhren. Mit unseren Freunden – deren Kind ähnlich alt ist – beschlossen wir, im März nach Madeira zu fliegen und uns für zwei Wochen eine Ferienwohnung zu mieten.


Blick vom Levada-Weg ins Tal
Blick vom Levada-Weg ins Tal | Copyright: Anja Heuer

Die portugiesische  Blumeninsel eignet sich sehr gut zum Wandern, so hatten wir uns auch einen Reiseführer mit 18 verschiedenen Wanderungen besorgt. Wir können Madeira als Urlaubsziel wärmstens empfehlen. Das Wetter ist meistens gut, das Essen lecker und die Menschen sehr kinderfreundlich. Die Insel ist so vielseitig, dass ihr auch nach zwei Wochen noch nicht das Gefühl habt, euch satt gesehen zu haben.

Abstieg zu den Quellen
In unserem Führer wurde die Wanderung als Wanderung ins Reich der Nymphen betitelt. Klingt schön. 😊 Sie war als leichter Levada-Weg beschrieben und sollte mit knapp 400 Höhenmetern 90 Minuten pro Richtung dauern. Der Parkplatz war leicht zu finden und bot auch ausreichend Platz. Noch einmal stillen und wickeln und wir machten uns auf den Weg. Es fuhr zwar ein Shuttlebus, aber wir waren guter Dinge und ließen diesen aus. Den Einstieg zur eigentlichen Tour markiert ein ehemaliges Forsthaus – heute ausgestattet mit Toiletten. Empfehlen kann ich die Benutzung aber nicht… Iiih bäh!

Auf dem Weg war sehr viel los. Ständig liefen wir einzelnen oder ganzen Gruppen von Wanderern über den Weg. Es fühlte sich ein wenig an wie auf einer Autobahn. Aber das sollte uns nicht wundern, wenn wir eines der offiziellen Wanderhighlights auswählen… Wie der Weg wohl am Vormittag frequentiert wird? 😨 Der Wanderpfad führte entlang eines Hanges durch einen Lorbeerwald. Hier und da mussten wir über riesige Wurzeln steigen und uns unter tiefhängenden mit Flechten bewachsenen Ästen hinwegducken. Entlang dieses Wanderpfades gab es viele Wegweiser, die uns hinab zu den Quellen führen sollten. Wir haben nicht den ersten genommen – da wir dachten, das tun sicher alle – sondern den dritten. Das war eine gute Wahl. 😀 Über viele, viele Stufen ging es hinab – ingesamt waren es gut 320 Höhenmeter.


Unten angekommen, trafen wir auf einen der für Madeira typischen Bewässerungskanäle – Levada genannt. Mit Hilfe dieser Kanäle wird das Wasser aus dem niederschlagsreicheren Norden zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im trockeneren Süden geleitet. Die ersten Levadas wurden bereits im 15. Jahrhundert angelegt. Heute umfasst das Bewässerungssystem rund 5000km, wenn man alle Verästelungen mitzählt.

Bewässerungskanäle - Levadas genannt | Copyright: Anja Heuer
Bewässerungskanäle – Levadas genannt | Copyright: Anja Heuer

Hier wurde es für die frisch gebackenen Eltern nun ein bisschen abenteuerlich. Der Weg wurde sehr schmal. Links von uns und mit einem Geländer gesichert, ging es einige Meter abwärts. Auch war der Weg selbst mit allerlei Gestein und Wurzelwerk versehen, sodass wir gut aufpassen mussten, wo wir hintreten. Er ist aber nicht wirklich schwierig, ihr müsst nur ein bisschen aufpassen. Nach gut anderthalb Stunden (vom oberen Parkplatz gerechnet) kamen wir an den 25 Quellen an. Wunderschön! 25 kleine Wasserfälle ergießen sich in einen kleinen See. Die Felswänden rundherum waren über und über mit Moos und Farnen bewachsen. Es hatte sich definitiv gelohnt! Da es schon recht spät war, hatten wir die Quellen fast für uns.

Aufstieg zum Parkplatz
Zurück lauft ihr einfach den gleichen Weg. Auch hier haben wir nicht gleich die erste Abzweigung nach oben genommen, sondern die eine oder andere ausgelassen. So kamen uns am späten Nachmittag nur vereinzelt Wanderer entgegen. Am Forsthaus angekommen, konnten wir noch kurz verschnaufen und uns anschließend über den letzten Shuttlebus freuen. Dies war unsere erste ernsthafte Wanderung mit Baby – da hatten wir uns den Bus redlich verdient.

Hier könnt ihr den subjektiven Erlebnisbericht nachlesen. Aber sagt nicht, dass ich euch nicht gewarnt hätte. 😉😂 Wart ihr auch schon mal auf Madeira? Welche Wanderungen habt ihr gemacht?

👨‍👩‍👧❤⛰

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5 Kommentare auch kommentieren

  1. Manu L. sagt:

    Wir waren im November 2017 auch dort: Das Forsthaus von Rabacal am Beginn der eigentlichen Wanderung wurde komplett renoviert und hat wieder geöffnet. Es ist wunderschön gemacht und es gibt herrlichen Kaffee/Tee und Kuchen – unbedingt empfehlenswert!

    Wir sind übrigens gleich ganz früh morgens hin um halb 9 glaub ich und waren die ersten Wanderer dort – war auch toll 🙂

    1. kleinegipfelstuermer sagt:

      Hallo Manu, das klingt aber toll. Ich habe mich damals auch echt gefragt, warum das Forsthaus nicht als Imbiss/Cafe genutzt wird. Bei den Menschenmassen, die dort täglich hinkommen, ist das doch echt sinnvoll. Ich würd die Wanderung wirklich sehr gern noch mal machen – aber erst, wenn die Kiddies größer sind und selbst sicher ein solche Tour gehen können. Welche Touren bist du denn noch auf Madeira gegangen? Liebe Grüße, Anja

  2. Manu L. sagt:

    Hi Anja,
    sorry für die späte Antwort (aber besser spät als nie…). Wir haben noch die Wanderung an der Levada do Rei gemacht und die Wanderung vom Pico do Arieriro zum Pico Ruivo angefangen. Die wurde aber für meine zu dem Zeitpunkt schwangere Frau zu anstrengend, so dass wir recht bald abbrechen mussten (für kleinere Kinder auch definitiv zu gefährlich und zu anstrengend!). Dann bin ich noch die 1,4km zum Miradoures de Balcones gelaufen, wobei man hier ja fast nicht von einer Wanderung, sondern eher von einem Spaziergang sprechen kann. Außerdem hab ich die Tour auf der Ponta de Sao Lourenco gemacht, allerdings alleine. Die fand ich toll, bin auf mehrere Hügel hochgeklettert und habe die Aussicht über die Halbinsel genossen. Abgesehen davon, dass es dort nirgendwo Schatten gibt, ist diese Tour gut machbar. Gruß, Manu

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