WanderFAIL – Oh nein, ich will nicht in die Trage!!!

Da die hier beschriebene Wanderung zu den 25 Quellen eine recht spezielle Wanderung für uns war, habe ich den Beitrag zweigeteilt – in eine objektive Tourenbeschreibung und einen subjektiven Erlebnisbericht. 😉 Hier geht es um unsere ganz eigenen Erlebnisse auf der Tour – ein wahrer Fail. Dies ist aber nicht die Schuld der Tour, sondern… Ja, wessen eigentlich? Lest selbst. 😄

Ist bei euch auch schon mal eine Wanderung mit eurem Baby so richtig schief gegangen? Die nun geschilderte Wanderung war unsere allererste nennenswerte Wanderung und gleichzeitig unsere bisherige Horrorwanderung. Wir waren nach drei Monaten Elternschaft noch recht unerfahren und dachten, wir könnten mehr oder weniger so wandern gehen wie früher. Wie ich zuvor berichtet habe, mochte das große Muckelchen ihre Trage überhaupt nicht. Wirklich überhaupt nicht. 😳 In diesem Urlaub wollten wir es noch nicht so recht einsehen. Das große Muckelchen hat uns jedoch eines Besseren belehrt. 😉


Am Anfang war noch alles gut

Mama und das große Muckelchen | Copyright: Anja Heuer
Mama und das große Muckelchen | Copyright: Anja Heuer

Ein Wanderhighlight auf Madeira ist die Wanderung zu den 25 Quellen des Rabaςals. In unserem Führer wurde die Wanderung als Wanderung ins Reich der Nymphen betitelt. Klingt schön. 😊 Sie war als leichter Levada-Weg beschrieben und sollte mit 320 Höhenmetern 50 bis 60 Minuten pro Richtung dauern. So machten wir uns auf den Weg. Vom Parkplatz bis zum Einstieg der Tour war es auch noch mal eine gute halbe Stunde. Es fuhr zwar ein Shuttlebus, aber wir waren guter Dinge und aktuell war das große Muckelchen friedlich in seiner Manduca-Trage. Den Einstieg zur Tour markierte ein ehemaliges Forsthaus – heute ausgestattet mit Toiletten. Empfehlen kann ich die Benutzung aber nicht… Iiih bäh!
Auf dem Weg war sehr viel los. Ständig liefen wir einzelnen oder ganzen Gruppen von Wanderern über den Weg. Es fühlte sich ein wenig an wie auf einer Autobahn. Aber das ist wohl normal, wenn man eines der offiziellen Wanderhighlights auswählt. Der Weg führte entlang eines Hanges durch einen Lorbeerwald. Über viele, viele Stufen hinab – ingesamt waren es gut 320 Höhenmeter. Unten angekommen, trafen wir auf einen der für Madeira typischen Bewässerungskanäle – Levada genannt. Hier wurde es dann ein bisschen abenteuerlich. Der Weg wurde sehr schmal. Links von uns und mit einem Geländer gesichert, ging es einige Meter abwärts. Der Weg selbst war mit allerlei Gestein und Wurzelwerk versehen, sodass wir gut aufpassen mussten, wo wir hintreten. Ein wenig mulmig war mir an dieser Stelle schon. Aber die Sonne schien, das Baby schlief und der Ausblick war herrlich. Nach gut anderthalb Stunden (vom oberen Parkplatz gerechnet) kamen wir an den 25 Quellen an. Wunderschön, es hatte sich definitiv gelohnt! Da es schon recht spät war, hatten wir die Quellen fast für uns. ❤

Die 25 Quellen | Copyright: Anja Heuer
Die 25 Quellen des Rabaçals | Copyright: Anja Heuer

Der Albtraum beginnt
Am Ziel der Tour angekommen, regte sich nun auch das große Muckelchen. Wir holen es aus der Trage. Wir zeigen ihr den See mit den vielen kleinen Quellen sowie zahllose Schmetterlinge. Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Stillpause. Alles ist gut. Als sie jedoch zurück in ihre Trage soll, geht das Geschrei los. Und wenn das große Muckelchen schreit, dann richtig. Nach ein paar Minuten hatte sie sich richtig eingeschrien. Die wenigen Leute auf dem Weg guckten schon. 😨 Wir versuchen es mit Schunkeln und Wippen. Mit Singen und beruhigenden Worten. Doch noch mal an die Brust? Flaschenmilch? Nichts hilft. Also kommt sie wieder heraus und wird auf dem Arm getragen. Was auf einem breiten Forstweg vielleicht okay ist, wird auf dem schmalen Pfad und auf den vielen Stufen schnell mühsam. Ich selbst hatte zu große Angst, dass ich mit dem großen Muckelchen im Arm über eine Wurzel oder eine der Stufe stolpere und es platt mache… So musste der Papa während der gesamten Strecke herhalten und die Kleine tragen. So schnell wir konnten, legen wir den Rückweg zurück. Es kommt Hunger dazu. Wir haben keine Milch mehr – weder in meinen Brüsten noch als Fläschen. Und um dem Ganzen noch den Rest zu geben, donnert das große Muckelchen ordentlich in die Windel. So ordentlich, dass es überläuft… Da es nur eine kurze, leichte Wanderung werden sollte, hatten wir nichts weiter eingepackt. Die Stimmung sinkt. Bis in den Keller. Ich weiß noch, wie ich zu meinem Mann sagte “Die Situation wird jetzt nicht besser, wenn wir uns gegenseitig anmotzen.” Und so bissen wir die Zähne zusammen und brachten die 320 Höhenmeter schweigend hinter uns. Am Forsthaus angekommen, konnten wir kurz verschnaufen und uns anschließend über den Shuttlebus freuen. Wir hatten gerade so den letzten Bus des Tages erwischt. Ein wenig Glück am Ende eines anstrengenden Wandertages.

Verwunschener Lorbeerwald | Copyright: Anja Heuer
Verwunschener Lorbeerwald | Copyright: Anja Heuer

Tja, das war sie: unsere erste ernsthafte Wanderung mit Baby. Hat sie uns abgeschreckt? Vielleicht. Aber nicht lange. 😉 Und wir haben aus den Fehlern gelernt.

Nehmt euch nicht zu viel vor. Habt immer ausreichend Verpflegung, Windeln und Wechselklamotten für das Baby dabei. Und sollte euer Baby den Nuckel mögen – steckt immer einen Ersatznuckel ein.

👨‍👩‍👧❤⛰

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11 Kommentare auch kommentieren

  1. Haha! Ja das sind die Erfahrungen die man als frisch gebackene Eltern so macht. Hab ich sogar bei Baby zwei noch mal geschafft. Zwar nicht beim Wandern, aber beim Einkaufen. Wechselklamotten und Windeln kann man eigentlich nie genug dabei haben.xD

    Sehr schön und nachvollziehbar geschrieben. Beim Lesen hab ich einfach nur geschmunzelt, aber wenn man in so einer Situation steckt ist es stress pur!

    Alles Gute!

    1. Und dann wird man ausgelacht, wenn man den halben Hausrat mitschleppt. 😂 Ich wünsch dir ein schönes Wochenende! ☀️

  2. ausreisserin sagt:

    Ach ja, wer kennt es nicht? 😉 Wir sind fast immer ordentlich equipt, aber das eine Mal, wenn nicht, dann passieren genau solche Dinge.
    Unsere Große war als Baby keine sonderliche Wanderfreundin und hat alles zusammen gebrüllt, seitdem sie in die Kraxe passt, liefs aber gut. Und mit 2,5 Jahren hat sie schon ordentlich selbst Meter gemacht. Die Kleine war bislang sehr zufrieden in der Babytrage, mal sehen wie es bald mit mehr Mobilität so wird.
    Ich wünsche euch noch viele, schöne und pannenfreie Wanderungen!
    LG, Nicole

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