Was haben eine Geburt und das Bergsteigen gemeinsam?

Vor gut einer Woche hat das kleine Muckelchen das Licht der Welt erblickt. Uns geht es soweit gut – nein, hervorragend. 😊 Wir genießen es sehr, uns endlich anschauen und bestaunen zu können. Neugeborene riechen sooo gut und ihre Haut ist sooo weich. Hach, ich bin verliebt. 😍

Wahrscheinlich wird es jetzt ein bisschen ruhiger auf kleinegipfelstuermer. Mal schauen, was ich in den nächsten Wochen noch auf die Reihe bekomme. Aber der Blog soll ja vor allem Spaß machen und mich nicht unter Druck setzen. Gell? Daher mach ich jetzt mal ganz piano. 😉 Aber hier noch kurz ein paar Gedanken zum hinter uns liegenden Ereignis:

Was haben eine Geburt und Bergsteigen gemeinsam?
Vor meinem ersten Kind hatte ich ziemlichen Respekt, wenn nicht sogar richtig fiese Angst vor der Geburt. Vor den Strapazen, den Schmerzen und …ach einfach alles. Schaff ich das? Diese Frage spukte mir viel im Kopf herum. Hebamme Jana vom Geburtshaus Frankfurt hat mir jedoch sehr geholfen, denn sie verglich die Geburt mit einer g’scheiten Bergtour. Auch hier erscheint der Gipfel erst einmal ewig weit weg. Auch hier hat man zwischendurch keine Kraft mehr. Vielleicht auch Angst, weil man den Rückweg nicht mehr packen könnte. Das kenne ich. 😄 Häufig kam ich beim Bergsteigen an meine Grenzen – vor allem in den Anfängen – und bin über sie hinaus gewachsen. Ich hatte gelernt, mich in Situationen, wo ich nicht mehr weiter konnte oder wollte, nur auf die vor mir liegende Teilstrecke zu konzentrieren. Die nächsten hundert Höhenmeter, die nächste Kehre oder gar den nächsten Schritt. So kam ich irgendwann ans Ziel – den Gipfel (oder die Hütte) und wurde durch eine traumhafte Fernsicht (oder lecker Kaiserschmarrn) belohnt. Und genauso habe ich es bei den Geburten gemacht. Ich habe versucht, nicht an den “großen Berg” zu denken. An zahllose Stunden mit Wehen und Schmerzen. Nein, ich habe eine Wehe nach der anderen genommen. Mich dazwischen ausgeruht so weit es ging. Und schwups, waren sie da. Naja, ganz so schwups war es natürlich nicht, aber ihr wisst sicher, was ich meine. 😉

Sehr hilfreich dieser Vergleich – jedenfalls für mich. 👍 Wie war das bei euch? Hattet ihr auch solch ein Bild, an das ihr unter der Geburt denken konntet? Das euch Kraft gegeben hat?

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7 Kommentare auch kommentieren

  1. Mamality sagt:

    Das hast du sehr schön beschrieben! ❤ Ich habe nur ein Mal Wehen und eine natürliche Geburt erlebt. Und da wurde ich so überrollt (ich sag nur Wehensturm), dass ich da leider gar keine Bilder im Kopf hatte außer: Ich hab keine Lust mehr, ich gehe jetzt! 😉 Ich kann mir aber gut vorstellen, dass solche Gedanken einem helfen können, immer nur den nächsten Schritt zu sehen und nicht den langen Weg, der noch vor einem liegt und ja auch noch ungewiss ist.

    1. Urks, Wehensturm. Das klingt aber nicht schön. Das Resultat ist aber das gleiche: Nach der ganzen Schinderei bist du am Gipfel angekommen und erblickst etwas wunderbares. 😍

  2. wurzelinchen sagt:

    Genießt die Zeit! Alles Gute euch und eurem kleinen Wunder!
    LG, Kornelia

  3. bulmers2011 sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zur spontanen Geburt! Genießt und haltet das Wochenbett ein 🙂 Meine Yoga-Lehrerin hatte die Geburt auch mit dem Besteigen eines hohen Berges verglichen. Während meiner Geburt vor drei Wochen erinnerte ich mich an dem Punkt daran, als ich vor Schmerzen nicht mehr weiter wusste. Jede Wehe bringt dich deinem Kind näher, sagte die Kursleiterin Steffi immer wieder. Visualisiert hatte sie das durch ein liebevoll gemaltes Bild: Einen Berg, um den sich ein Weg voller Wehen und Wehenpausen (gekennzeichnet durch Bänke) schlängelte, welches sie uns zu jeder Stunde ins Bewusstsein rief. Das begann ich mir innerlich immer wieder in Erinnerung zu rufen. Wehe für Wehe, nichts anderes zählte. So habe ich es vermutlich in den Bereich geschafft, in dem ich mich den Wehen hingegeben konnte, mich habe treiben lassen von meinem körperlichen Rhythmus.
    Ich freue mich zu erfahren, wie es mit welchen Touren bei euch weitergehen wird.
    Viele Grüße, Mathilde

  4. Das ist wirklich ein guter Vergleich, den deine Hebamme da anegführt hat. Bei meinen Geburten hatte ich so ein Bild nicht. Ich wusste nur jede Wehe bringt mich näher ans Ziel. Und ich war glücklich der Geburt endlich so nah zu sein. Was nicht bedeutet, das ich nicht auch geflucht hätte 😉
    Aber in anderen Lebensbereichen hat mich dieses Motto “Schritt für Schritt bzw eins nach dem anderen” Oder wie Bepo der Straßenfeger zu Momo sagt “Besenstrich für Besenstrich. Zu Beginn glaubst du du schaffst die Straße nicht. Aber dann schaust du zurück und hast die ganze Straße geschafft”. Dieses Mantra hat mir ungemein in Prüfungs- und Examnesphasen während Ausbildung und Studium geholfen.

    Da zeigt sich wieder mal wie wichtig eine gute Hebammenbetreuung ist!
    Herzlichen Glückwunsch zu deinen Geburten! Und herzlichen Glückwunsch zum neuen Famileinmitglied<3

    1. Hallo Claudia, danke für deinen lieben Kommentar und die Glückwünsche. Das Bild vom Straßenfeger ist aber auch sehr gut. Wichtig ist, glaube ich, dass man sich daran erinnert, dass auch die größte Herausforderung zu schaffen ist, wenn man es in kleine Etappen/Ziele unterteilt. Nicht den ganzen Berg Arbeit angucken, sondern nur den nächsten Schritt. Spielzeug aufsammeln – check. Geschirrspüler ausräumen – check. Und nicht – Oh Gott, es ist soooo viel zu tun. Das schaff ich nie.
      Bei zwei Kindern unter zwei würde ich da regelmäßig verzweifeln. 😂

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